Nullen und Einsen

Richtige Bezeichnung von Dateigrößen

Dies soll nur eine kleine Erläuterung zum richtigen Umgang mit Dateigrößen-Bezeichnungen wie „Megabyte“, „Kilobit“ etc. sein.

Jeder kennt die Bezeichnung „Megabyte“ und Dank der Werbung für DSL-Tarife hören wir auch immer mal wieder den Begriff „Kilobit“. Jeder wird wahrscheinlich von sich denken er wüsste, um was es sich dabei handelt, aber das ist leider nicht wirklich immer der Fall.

Die Grundlagen:

In Computersystem werden Zahlen (und selbst Buchstaben sind nur Zahlen) im Binärsystem dargestellt, daher als Folge von Nullen und Einsen, so wird die Zahl 4 als 100 dargestellt, die 3 als 101 und so weiter. Eine Stelle dieser Folge wird als Bit bezeichnet. Also würde eine 4 auf drei Bits bestehen: 1 – 0 – 0.

Diese Bits bündelt der Computer in Pakete, sogenannte Bytes. Diese umfassen heutzutage meist acht Bits (dann auch Oktett genannt), es gibt auch andere Systeme mit anderen Anzahlen von Bits in einem Byte, z.B. beim Telex waren es 5 Bit.

Nun wäre es heutzutage mit den riesigen Speichern zu aufwendig z.B. die Dateigröße in Bits anzugeben, daher benutzt man ähnlich wie bei anderen Einheiten Präfixe. Ein Beispiel: Statt Entfernungen immer in Metern anzugeben, benutzen wir ja auch das Präfix „kilo“, daher Kilometer, was dann wieder 1’000 Meter sind.
Aber genau hier liegt das Problem, denn es gibt hier genau zwei Systeme. Zum einen das „normale“ wie bei den Metern zur Basis 10, daher Kilo entspricht 1’000 und dann auch noch das System zur Basis 2, Basis 2 desswegen weil das Binärsystem ja auch das Zahlensystem zur Basis 2 ist, und hier bei ist dann Kilo 2^10 also 1’024. Dieses System ist vor allem für Dateien sinnvoll, weil hierbei jedes Zeichen normalerweise 8Bit hat.
Also wenn die Datei ein Kilobyte (2^10Byte) groß ist, dann enthält diese genau 1’024 Zeichen.

Damit man das nun nicht durcheinanderbringt bezeichnet man 2^10 Byte mit Kibibyte und 10^3 Byte mit Kilobyte. Daher abgekürzt: 1’024 Byte = 1 KiB und 1’000 Byte = kB.

Probleme:

  1. Das ist zwar der Standard und wird z.B. unter Linux und Mac auch so gemacht (und auch von Programmen wie z.B. Firefox etc.), aber Windows setzt es nicht so um, sondern es wird ein Kibibyte als Kilobyte anzeigt, daher in Windows steht bei Dateigröße: 1 kB gemeint ist aber 1KiB.
  2. Da es diese zwei Systeme gibt, kann man schnell sich dabei verzetteln, so bewerben Hersteller von Festplatten diese oft mit 500 GB, nach der Installation stellt man dann aber fest die Festplatte ist nur 465 GiB groß. Der Grund, warum die das machen, dürfte klar sein 😉
  3. Neben kB KiB usw. werden aber auch kb, Mb, usw. benutzt, hierbei handelt es sich um Kilo-/Megabit. Das wird bei Geschwindigkeiten benutzt z.B. der DSL-Geschwindigkeit. Technisch macht es auch Sinn Geschwindigkeiten in Bit pro Sekunde anzugeben, aber natürlich kann es auch verwirren. Zum Beispiel weil Nutzer denken mit 10’000 kb/s könnten sie 10 MiB in einer Sekunde herunterladen, das ist sogar ein doppelter Fehler: 1. denken die meisten wie gesagt es wären Megabyte sind aber Mebibyte und 2. sind 10’000 kb nur 1250 kB bez. etwa 1220 KiB oder 1,25 MB und 1,19 MiB daher es dauert im Endeffekt über acht Mal so lange!

Ich hoffe ich konnte es noch mal klarer machen, hier noch mal zusammengefasst:

  • Ein Bit ist eine Null oder eine Eins.
  • Ein Byte ist im allgemeinen 8 Bit
  • Ein kb ist ein Kilobit  = 1’000 Bit
  • Ein KB ist ein Kilobyte = 1’000 Byte = 8’000 Bit
    • Daraus folgt ein MB ist ein Megabyte = 1’000 Kilobyte = 1’000’000 Byte
  • Ein KiB ist ein Kibibyte = 1’024 Byte  = 8’192 Bit
    • Daraus folgt ein MiB ist ein Mebibyte = 1’024 Kibibyte = 1’048’576 Byte
  • Lasst euch nicht verwirren und Rechnet lieber noch mal nach 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.